{"id":4,"date":"2019-07-17T07:48:31","date_gmt":"2019-07-17T07:48:31","guid":{"rendered":"http:\/\/egidiusstreiff.ch\/wordpress\/?p=4"},"modified":"2019-07-18T14:29:19","modified_gmt":"2019-07-18T14:29:19","slug":"englische-webseite-was-nun","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/egidiusstreiff.ch\/index.php\/2019\/07\/17\/englische-webseite-was-nun\/","title":{"rendered":"Englische Webseite &#8211; was nun?"},"content":{"rendered":"<p><em>F\u00fcr alle, die meine anglophile Seite (ich bin immerhin mit einer Engl\u00e4nderin verheiratet) nicht teilen:\u00a0 Hier erz\u00e4hle ich Euch ein bisschen auf Deutsch<\/em> (Zitate aus einem Gespr\u00e4ch mit Alessandro Tardino):<\/p>\n<p><strong>Eine lange Reise &#8211; schliesst sich ein Kreis?<\/strong><\/p>\n<p>Egidius Streiff kehrt mit seinen gut 50 Jahren zu seinen Anf\u00e4ngen zur\u00fcck: Schumann und hochexpressive St\u00fccke begeistern ihn heute wie vor dreissig Jahren leidenschaftlich. So brachte er damals die originale Violinfassung des Schumannschen Cellokonzerts zur Schweizer Erstauff\u00fchrung. Sp\u00e4ter zog es ihn zu noch extrovertierteren Werken wie dem Violinkonzert von Bernd Alois Zimmermann, der phantasy op.47 von Arnold Sch\u00f6nberg oder der Bartok Solo-Sonate &#8211; nat\u00fcrlich in der Urfassung, h\u00f6rbar auf seiner Debutaufnahme &#8222;Papa Bach&#8220; (Sie erhielt damals die H\u00f6chstauszeichnung f\u00fcr Spiel und Klang, nur der Titel wurde bel\u00e4chelt).<\/p>\n<p>Wie andere Musiker seiner Generation begn\u00fcgte er sich nicht mit musikalischem Denken, sondern strebte Mehrwert f\u00fcr die Gesellschaft an, wobei wenige international so erfolgreich waren, vor allem in Asien: Die Chuluun Foundation, die er zusammen mit dem Mongolischen Pianisten Sharavtseren Tserenjigmid gr\u00fcndete, zielte auf den zentralasiatischen Kulturaustausch in Zeiten des zerbr\u00f6ckelnden Sowietischen Staatenbundes. <em>&#8222;Die Idee war nicht revolution\u00e4r, lief aber dennoch gegen den Trend an, alte Freundschaften ersatzlos aufzuk\u00fcnden; wir hingegen wollten diese Freundschaften mit neuen Inhalten am Leben erhalten&#8220;<\/em> *(Streiff im Gespr\u00e4ch mit Alessandro Tardino)<\/p>\n<p>Zahlreichen Tourneen nach Asien (Japan, S\u00fcdkorea und v.a. China) f\u00fchren zum Erfolg &#8211; oder manchmal auch nicht: Anl\u00e4sslich einer skandal\u00f6s abgesagten Konzertreise mit dem Violinkonzert von Wang Xi-Lin (Streiff ist schon vor Ort und wird mit den Worten: &#8222;Who are you, the orchestra is on holiday!&#8220; begr\u00fcsst)\u00a0 trifft Egidius Streiff den Schweizerischen Botschafter in Beijing. Dabei skizziert er die Idee einer kulturellen Begegnung von Musikern aus Nordkorea (DVRK) und S\u00fcdkorea in der Schweiz mit Musik von Yun Isang, dem in beiden Staaten hochverehrten Koreanischen Komponisten. <em>&#8222;Es war f\u00fcr mich offensichtlich, dass man \u00fcber Dinge sprechen muss, die beide Seiten lieben. Leider wurden wir andauernd von irgendwelchen realpolitischen Spannungen ausgebremst&#8220;<\/em> .*(s.o.) Immerhin f\u00fchrten die hartn\u00e4ckigen Bem\u00fchungen Streiffs mit der Unterst\u00fctzung des EDA (Aussenministeriums der Schweiz) unter dem Patronat von Bundesr\u00e4tin Micheline Calmy-Rey zu zwei Konzertprojekten: 2005 spielte Streiff mit dem Yun Isang Orchester das Violinkonzert von Othmar Schoeck &#8211; wohl erstmals &#8211; in Pyongyang. Dabei kn\u00fcpfte er Kontakte mit Koreanischen Musikern und 2008 reist das Yun Isang Kammerensemble in die Schweiz und erarbeitete mit Schweizer Musikern erstmals ein gemeinsames Programm mit zeitgen\u00f6ssischer Musik. Zehn Jahre sp\u00e4ter tr\u00e4umt Streiff noch immer von einer Weiterf\u00fchrung dieser Pionierarbeit. <em>&#8222;Die Zeit ist nie reif f\u00fcr irgendwelche Projekte. Es sind Menschen, die sie erm\u00f6glichen&#8220;<\/em>. *(s.o.)<\/p>\n<p>Streiffs Projekte gr\u00fcnden immer in einer inneren Notwendigkeit: <em>&#8222;Als ich erfuhr, dass Adolf Busch &#8211; einer der gr\u00f6ssten Geiger der Zwischenkriegsjahre und gleichzeitig moralischer Kompass in einem Nationalsozialistisch verseuchten Deutschland &#8211; in Riehen bei Basel lebte, begab ich mich auf Spurensuche. Die Diskrepanz zwischen offiziellem Vergessen deas Nestbeschmutzers Busch und pers\u00f6nlich besten Erinnerungen an den K\u00fcnstler mit &#8222;geradem Strich und geradem Gewissen&#8220; machten mir bald klar, dass wir uns an ihn und seine Kunst erinnern mussten, und wo besser als an seinem alten Wohnort Riehen.&#8220;<\/em> *(s.o.) In Riehen entstanden seither verschiedene Ausstellungs- und Konzertprojekte unter der \u00c4gide von Streiff.<\/p>\n<p>Auch die Gr\u00fcndung des CD-Labels &#8222;streiffzug.com&#8220; geht auf einen Zufall zur\u00fcck: Auf der Suche nach den Magnetb\u00e4ndern der Urauff\u00fchrung der Violinkonzerte von B\u00e9la Bartok und Frank Martin stellt sich heraus, dass diese in Basel nicht mehr existieren. Erst eine dringende Nachfrage in allen Archiven des Schweizer Radio srf brachte eine letzte (!) Kopie im Tessiner Archiv zum Vorschein. Aus der Not, ein interessiertes Label zu finden, gr\u00fcndete Streiff gleich ein Eigenes. Dort erscheinen seither Trouvaillen unverg\u00e4nglicher Kunst , aber auch seine eigenen Arbeiten.<\/p>\n<p>Zunehmend kehrt Streiff&#8217;s Interesse zum reinen Klang zur\u00fcck. <em>&#8222;Ich war immer verr\u00fcckt nach Klang. Es ist mir r\u00e4tselhaft, wie ich als absoluter Musiker mir selbst einreden konnte, dass ich &#8222;Mehrwert f\u00fcr die Gesellschaft&#8220; erreichen k\u00f6nnte. Heute ist mir das Banalste &#8211; der reine Klang &#8211; am Wichtigsten. Musik machen, Geige spielen. Spricht jetzt das Alter aus mir?&#8220;<\/em> *(s.o.)<\/p>\n<p>Dabei wird immer mehr h\u00f6rbar, dass Streiff&#8217;s Suche nach Ausdruck eine einzigartige Qualit\u00e4t hervorbringt: <em>&#8222;Bei P.Adalbert Z\u00fcllig an der Stiftschule Einsiedeln lernte ich Sprechen, bei Gy\u00f6rgy Kurt\u00e0g lernte ich singen, bei Hansheinz Schneeberger lernte ich Geige spielen.&#8220;<\/em> *(s.o.) Heute begeistern seine ausdruckvollen Interpretationen im Konzert wie in Aufnahmen: Seine neuesten solistischen Arbeiten sind dokumentiert in einer CD mit Werken von Viktor Kalabis (streiffzug SC1702, 2019), einer Aufnahme der Sonate op.72 (\u201eAFFE SCHAF\u201c) von Max Reger als Teil der preisgekr\u00f6nten DVD \u201eMaximum Reger\u201c (BBC \u201eDVD of the year 2018), sowie der posthumen Urauff\u00fchrung und Ersteinspielung von Isang Yuns Violinsonate (capriccio C5364, 2019).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr alle, die meine anglophile Seite (ich bin immerhin mit einer Engl\u00e4nderin verheiratet) nicht teilen:\u00a0 Hier erz\u00e4hle ich Euch ein bisschen auf Deutsch (Zitate aus einem Gespr\u00e4ch mit Alessandro Tardino): Eine lange Reise &#8211; schliesst sich ein Kreis? 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